Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes
Weltweit sind die Internationalen Filmfestspiele von Cannes das bedeutendste Festival um Bereich des Films und gehören zu den A-Festivals. Als A-Festivals bezeichnet man Filmfestivals, die sich im internationalen Wettbewerb befinden und bei dem Filmproduzentenverband FIAPF akkreditiert sind. Neben den die Internationalen Filmfestspiele von Cannes sind auch noch andere Filmfestival in der Rubrik der A-Festival vertreten. So zum Beispiel die Berlinale in Berlin, das Internationales Filmfestival Moskau, das World Film Festival in Montreal oder auch Mostra Internazionale del Cinema in Venedig.
Zurück zu den Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Diese wurden 1946 gegründet und werden seit dem jedes Jahr im Mai in Cannes direkt an der französischen Côte d’Azur veranstaltet. Als Hauptveranstaltungsort wird der Palais de Festival et Congrès gewählt.
Jedes Jahr reisen zahlreiche Besucher und Fans der Filmfestspiele an. Meist in der Hoffnung einen Blick auf die anwesenden Promis erhaschen zu können. In der Zeit der Internationalen Filmfestspiele tummeln sich zahlreiche Schauspieler und andere bekannte und berühmte Gesichter in der Stadt an der Côte d’Azur.
Die Geschichte der Internationalen Filmfestspiele von Cannes
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wurden die Filmfestspiele konzipiert. Zum ersten Mal eröffnet wurden diese dann 1939 von dem französischen Bildungs- und Kulturminister Jean Zay. 1946 fanden die Festspiele dann erstmals nach dem Krieg statt. Aufgrund des Geldmangels vielen die Filmfestspiele in den Jahren 1948 und 1950 einfach aus. Im Jahr 1968 fanden in Paris die Mai-Unruhen statt. Aus diesem Grund wurden die Festspiele dann am 19. Mai des Jahres unterbrochen. Louis Malle trat am Vorabend als Mitglied der Jury zurück. Die Mitglieder Jury, Louis Malle, , François Truffaut, Claude Berri, Jean-Gabriel Albicocco, Claude Lelouch, Roman Polański und Jean-Luc Godard, stürmten den Großen Saal des Palais des Festivals und forderten mit sofortiger Wirkung die Unterbrechung der Vorführungen. Sie wollten auf diese Weise ihre Solidarität gegenüber den streikenden Arbeitern und Studenten zum Ausdruck bringen. Diese Aktion galt auch als Zeichen gegen die Entlassung des Direktors der Cinémathèque française Henri Langlois. Dieser wurde kurz zuvor entlassen und galt in den Kreisen der Cineasten als hochgeschätzt.
Neben den Filmen werden in Cannes auch große Künstler geehrt. So wurde beispielsweise der Meisterregisseur François Truffaut 1985 geehrt. Im Jahre 1958 wurde er noch von den Kritikern ausgeschlossen, da man empfand, dass seine Berichte einfach zu kritisch seien. Bereits ein Jahr darauf erhielt er für sein Erstlingswerk den Regie-Preis. Truffaut boykottierte dann mit Kollegen nach den Mai-Unruhen in Paris, die Filmfestspiele. Aus diesem Grund konnten diese dann auch nicht 1968 stattfinden.
Der Prix Orange ist ein weiterer Ehrenpreis und wird seit 1960 jährlich von der Presse jeweils an einen Schauspieler oder eine Schauspielerin vergeben. Berühmte Preisträger waren unter anderem bereits Annie Girardot im Jahr 1961, Philippe Noiret 1972, Claude Jade im Jahr 1975 sowie Jean Marais im Jahre 1998. Seit 1951 wird durch die Commission Supérieure Technique de l’Image et du Son, kurz auch CST, der Prix Vulcain de l’artiste technicien verliehen. Dieser Preis ist für herausragende künstlerisch-technische Errungenschaften gedacht.
Eigentümer der Grafik: Vladimir Melnik – Fotolia.com
Mehr